Langstreckenzieher
Das Rotsternige Blaukehlchen ist ein Langstreckenzieher. In Mitteleuropa kommt es im Mai in seinen Brutgebieten an und zieht im August wieder in Richtung seiner Überwinterungsgebiete südlich der Sahara und in Ostafrika. Das Rotsternige Blaukehlchen überwindet auf seiner Wanderung zweimal jährlich tausende Kilometer in sein Überwinterungsgebiet und wieder zurück in sein Brutgebiet.
Stubachtal
Im Stubachtal (im Bundesland Salzburg) wurde das Rotsternige Blaukehlchen 1978 entdeckt. Herr Bernhard Petersen, Entdecker mehrerer Blaukehlchenvorkommen in Mitteleuropa, konnte das Vorkommen auch in den Jahren 1981 und 1982 bestätigen. Von 1983 bis 2005 ist keine Brut nachgewiesen. 2006 wurde das Rotsternige Blaukehlchen in diesem Gebiet wiederentdeckt. 2008 konnten vier Reviere festgestellt werden, in den Jahren 2007, 2009 und 2010 jeweils zwei Reviere. Im Herbst 2010 wurde am Rande des kleinen Brutgebietes dieser Kleinstpopulation trotz wiederholter negativer naturschutzfachlicher Gutachten ein sehr umstrittenes Schiliftprojekt politisch und wirtschaftlich bestärkt umgesetzt.
Die Situation im Brutgebiet des Stubachtales gibt Hinweis auf die große Dynamik der Brutverbreitung des Rotsternigen Blaukehlchens. Von 1978 bis 1982 gibt es Nachweise der Unterart. Nach über zwei Jahrzehnten wurde die Art hier erneut nachgewiesen, wo sie erneut mehrere Jahre hintereinander brütete. Auch wenn ein Brutgebiet über Jahrzehnte von der Art verwaist ist, kann die Habitateignung für die Art dennoch bestehen. Die Dynamik, die hinter der Brutverbreitung der Art bzw. Unterart steckt ist wahrscheinlich umfassender als das für den Menschen vorstellbar ist.
